"Creative, entrepreneurial, crazy" - der amerikanische Generalkonsul zu Gast
Mit einer gewissen Anspannung, aber auch großer Neugier saßen wir, rund 25 Schüler und einige Lehrer, in dem eigens für den Anlass umdekorierten Klassenraum, voll mit amerikanischen Flaggen. Stattfinden tat dieser Besuch des Generalkonsuls wegen dem German American Partnership Program (GAPP), das seit langer Zeit eine Brücke zwischen Speyer und Saline, Michigan, schafft.
Nach einer herzlichen Begrüßung durch die stellvertretende Schulleitung, Frau Götz, übernahm Generalkonsul Brian Heath das Wort. Mit Humor und Gelassenheit schilderte er seinen Werdegang im auswärtigen Dienst: angefangen mit seinem ersten Einsatz in Indien, über seine Ankunft in Berlin im August 2001, hier wurde auch die deutsch-amerikanische Kooperation nach den Ereignissen des 11. Septembers betont, bis hin zu seiner heutigen Funktion. Das Frankfurter Generalkonsulat, eines der größten weltweit mit rund 1.000 Mitarbeitern, betreut die Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland. Es unterstützt US-amerikanische Bürger in allen Lebenslagen wie z.B. bei der Ausstellung von Geburts- und Sterbeurkunden und handhabt Visaangelegenheiten für Deutsche.
Heath betonte dabei, wie sehr beide Länder voneinander profitieren. "DieFreundschaft zwischen Deutschland und den USA ist genuine [echt] an", sagte er.
Besonders lebendig wurde das Gespräch dann aber in der folgenden Fragerunde. Gefragt wurde nach der Rolle des Sports im amerikanischen Schulsystem, nach der Bedeutung der Unabhängigkeitserklärung, die dieses Jahr ihr 250-jähriges Jubiläum feiert, und wie die USA heute mit kontroversen Themen in der eigenen Geschichte umgehen. Heath antwortete offen und differenziert: Er sprach von Fortschritten, aber auch von ungelösten Spannungen, und verwies darauf, dass der historische Kontext der Gründerväter stets mitgedacht werden müsse.
Auch aktuelle Themen kamen zur Sprache: der Einfluss Künstlicher Intelligenz auf Schulsysteme, eine Herausforderung, die Deutschland und die USA gleichermaßen beschäftig, die Energiewende und die Rolle erneuerbarer Energien sowie die Frage des Austausches unserer Schüler, bei dem zuletzt Sorgen rund um Einreisemöglichkeiten und Fragen geäußert wurden.
Auf die Frage, wie er die USA in drei Worten beschreiben würde, antwortete Generalkonsul Heath schmunzelnd: "Creative, entrepreneurial, crazy." Ein Lachen folgte durch den Raum.Den Abschluss bildeten ein gegenseitiger Geschenkaustausch und ein großes Gruppenfoto. Fazit: neue Perspektiven, ein tieferes Verständnis der transatlantischen Partnerschaft, und das gute Gefühl, dass unser Austauschprogramm noch lange weitergeführt werden kann.