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Sozialkunde-LK-Kurse MSS12 in Berlin

30. Januar 2018

Die Sozialkunde Leistungskurse der zwölften Jahrgangsstufe besuchen auf Einladung (mit finanzieller Unterstützung) von Dr. Tobias Linder, Mitglied des Deutschen Bundestages, unter Leitung von Frau Hackländer, Herrn Snella und Herrn Beckmann zu einer politischen Exkursion die Bundeshauptstadt Berlin. 
 
In den vergangenen Tagen haben die Schülerinnen und Schüler an einem Gespräch zwischen Michel Friedman und Sigmar Gabriel im Rahmen des Auschwitz-Gedenktages teilgenommen, das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen besichtigt, den Bundestag besucht und eine Vorstellung im politischen Kabarett Distel angeschaut. 
 
 
Die Teilnehmer fassen die Tage so zusammen:

Berlin Reportage

Berliner Hauptbahnhof, der 27.01.2018. Die Sozialkunde Leistungskurse des Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums Speyer unter der Leitung von Frau Hackländer, Herrn Snella und Herrn Beckmann steigen übermüdet und erschöpft aus dem Zug. Unmengen an Menschenmassen strömen über die Bahnsteige und erzeugen einen unfassbaren Lärmpegel in einem scheinbar dreistelligen Dezibel Bereich. Die vergangenen fünf Stunden im Zug wurden von leichtem Regenfall begleitet, jedoch bricht bei unserer Ankunft strahlender Sonnenschein durch die dichte Wolkendecke und prägt unseren ersten Eindruck von der Bundeshauptstadt Deutschlands.

Bevor der erste Programmpunkt ansteht, haben die Gymnasiasten aus der Kleinstadt die Möglichkeit sich in der überwältigenden Großstadt zu orientieren und vorläufige Erfahrungen zu erleben. Schnell finden sich Schülergruppen, welche zusammen das Neuland und seine Sehenswürdigkeiten erkunden. Der Gang zur Berliner Mauer oder zum Alexanderplatz sind hierbei beliebte Ziele.

Zur Dämmerstunde trafen die verschiedenen Gruppen zum gemeinsamen Abendprogramm, einer Podiumsdiskussion begleitet von Michel Friedmann und Sigmar Gabriel, ein. Das Motiv der Abendveranstaltung ist eine kontroverse Auseinandersetzung mit dem Thema: “Auschwitz”. Eine mitreißende persönliche Erzählung von Seiten Friedmanns, fesselt die Zuhörer und bereitet sie auf eine spannende Diskussion von zwei aufeinanderprallenden Welten vor. Gabriel, der Sohn eines nationalsozialistisch angehauchten Vaters, und Friedmann, ein Mitglied einer unter den Nazis gepeinigten Familie, reichen sich zu Ende einer ergreifenden Diskussion die Hände und setzen damit ein Zeichen für die Zukunft.

 

Sonntag, der 28.01. Gedenkstätte Hohenschönhausen, Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit der DDR. Zur Morgenstunde beginnt die Führung durch eines der am besten gehüteten Geheimnisse der damaligen “Deutschen Demokratischen Republik”. Eine Erfahrung, welche jeden der Anwesenden nachhaltig prägen wird. Der Rundgang wird von ehemaligen Häftlingen begleitet, welche ihre persönliche Geschichte in die Besichtigung miteinfließen lassen. Erfahrungen und Erlebnisse, die immer noch Wortgewalt besitzen und Menschen bewegen.

Trübselige Gesichter machen sich breit. Stille von Seiten der Schüler aus. Die Stimmung bleibt angespannt, denn nie zuvor wurde man sich der früheren Gräueltaten so sehr bewusst wie in jenen Momenten. Die Visitation führt durch die dunklen, unterirdischen Gänge des sogenannten “U-Boots” und offenbart die menschenunwürdigen Umstände der Sammel- und Stehzellen, welche dieser Teil des Gefängnisses beherbergt. Das U-Boot erhielt seinen Namen aufgrund der dort vorherrschenden Finsternis und der bedrückenden Atmosphäre. Der Haupttrakt der Untersuchungshaftanstalt ist gleichermaßen eindrucksvoll, denn dort wird der Alltag eines damaligen Insassen, welcher aus ständigen Befragungen und psychischer Folter, wie Schlafentzug, bestand, erst richtig nachvollzogen und verstanden. Zu Ende der Besichtigung zollen die Schüler der Anlage und den Zeitzeugen, welche die Tortur einer erneuten Konfrontation mit ihrem damaligen Schicksal auf sich nehmen, einen ausgesprochen hohen Respekt.

 

Montag, der 29.01. Reichstag Berlin. Dreh- und Wendepunkt der deutschen Politik. Nach einer gründlichen Personenkontrolle ist es den Sozialkunde-Leistungskursen gestattet den Bundestag zu betreten. Im Anschluss an einen informativen Vortrag über die verschiedenen Abläufe im Bundestag, treffen die Schüler in einem persönlichen Gespräch auf einen Mitarbeiter von Dr. Tobias Lindner. Dieser lädt uns ein und leistet einen finanziellen Beitrag, welcher uns zu einem günstigen Preis der politischen Exkursionsfahrt verhilft und uns somit zusätzliche Möglichkeiten eröffnet. Sein Mitarbeiter Steffen Buchsteiner berichtet über die Arbeitsweise der Abgeordneten des Bundestages und von seinem eigenen Team und steht den Schülern für themenbezogene Fragen zur Verfügung.

Kabarett - Theater DISTEL. Bei Sonnenuntergang finden sich Lehrer und Schüler zu einem entspannten Abendprogramm ein. Ein satirisches Theaterstück, welches die Bürokratie und die politischen Geschehnisse Deutschlands sarkastisch darstellt. Die Darbietung wird von herzhaftem Gelächter von allen Seiten begleitet und ein unbeschwertes Gefühl macht sich im Publikum bemerkbar. Im Anschluss begeben sich die zwei Kurse zu einem gemeinsamen Abendessen in die Berliner Republik, in welcher sich ein kursübergreifendes gemeinschaftliches Gefühl entwickelt und die Truppe näher zusammenschweißt.


Im Großen und Ganzen lässt sich sagen, dass sich die Berlin-Reise ausgesprochen lehrreich und eindrucksvoll gestaltet hat. Viele positive Erfahrungen wurden gesammelt und die Gruppenkompetenzen gestärkt. Zusätzlich entwickelte sich ein Gemeinschaftsgefühl und ein persönlicheres Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern, welche das zukünftige letzte Lehrjahr dieses Jahrgangs lockerer machen wird.

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